Wissens(v)ermittlung mal anders

Liebe Blog-Freunde,

genau das ist auch ein Thema, welches mir ganz besonders am Herzen liegt. Denn ich bin inzwischen zu einem absoluten Gegner der herkömmlichen Schule, und der in der BRD vorliegenden gesetzlichen Schulpflicht!

Meiner Meinung nach geht Wissenser- und vermittlung inzwischen auch anders, gerade, wie es auch der bei Bewusst.TV interviewte Moritz Neubronner betont, mit den Möglichkei-ten der neuen Medien (v. a. Internet). Moritz Neubronner hat es gezeigt. Mit Ausnahme von wenigen Wochen bzw. Monaten, hat er KEINE Schule besucht, sondern hat sich das Wissen für die Abi-Prüfung rein durch Recherchen, auch und vor allem im Internet, angeeignet und hat seinen Abi-Abschluss trotzdem gemeistert. Ohne wesentlich ein Regelschule zu besuchen, ist Moritz Neubronner faktisch nun geeignet ein Studium zu erlangen.

Seit einiger Zeit schon bin ich der Meinung, dass das Schulsystem, so wie es im Wesent-lichen in Deutschland, Europa und weltweit besteht, zur echten, brauchbaren und für das Leben wichtig und wesentlich, vollkommen ungeeignet ist. M. E. dient das vorhandene Schulsystem lediglich zur Erziehung und Formung von moralisch, mental und intellektuell noch ungefestigten Kindern und Jugendlichen, zu völlig unkritischen, scheuklappenden-kenden, system-loyalen, geradlinigen, dankbaren Arbeits“sklaven“. Und das erreicht das herrschende System durch politisch und gesellschaftspolitisch einseitigen Gehirnwä-schen, sprich Indoktrination! Eigenständiges Denken und Handeln, individuelle Kreati-vität wird zum aller größten Teil zugunsten der o. g. eintönigen Geradlinigkeit und Uniformität aberzogen. Die bestehenden sog. Regelschulen sind nichts weiter als system-pädagogische Lernfabriken. Es gibt in diesem System keinen Bedarf auf Individualität, jede Person, hier Schüler und Schülerin, muss gesellschaftskonform und -kompatibel sein. Ansonsten gilt man sofort als Aussenseiter und Sonderling. Manchmal passiert es sogar, dass solche Kinder und Jugendliche in völliger Verkennung ihrer großartigen Ressourcen, hoher Intelligenz, absolute Kreativität und wertvollen Einzigartigkeit in pädagogischen Sondereinrichtungen, wie sog. Sonder- bzw. Förderschulen, abgeschoben und völlig falsch betreut werden. Erst so langsam entdeckt die medizinisch-wissenschaft-liche Fachwelt und in deren Folge die Gesellschaft, dass z. B. autistische Kinder sehr viele intellektuelle, aber auch musische Vorzüge haben. Zum Beispiel werden Autisten entspr. ihrer Neigun-gen und ihres Wissens, in IT-Branchen als Computer- und Softwarespezia-listen und Programmierer (Geheimdienste nutzen (missbrauchen) diese oft auch als sog. „Hacker“!) eingestellt, oder finden als Klavier-, Geigen- oder Gesangvirtuosen ihren Platz in der Musikwelt.

Freilich gibt es, so auch wie von Moritz Neubronner richtig erwähnt, diverse Alternativen zu den vorhandenen systemisch-pädagogischen Lernfabriken, wie die Waldorf- und Montessori-Schulen. Doch, auch die scheinen in sich auch nicht die notwendigen Merk-male der individuellen Freiheiten des Lernens durch eigenes Erkennen und dem eigenen Willen, Streben und Bedürfnis nach Wissen. Und, es ist hier tatsächlich WISSEN gemeint und nicht etwa bloßer Sach- und Fachverstand. M. E. gibt es in der Wertung nach drei Abstufungen; die vom Wert her niedrigste Stufe ist der sog. Sach- bzw. Fachverstand (Ich bezeichne das als „Mono-Wissen“), dann folgt das Wissen (vernetzte Information: aus Informationen werden Wissensinhalte) und als höchstbewertete Stufe die Weisheit (erfor-dert geistige Beweglichkeit und Unabhängigkeit). Nun kann anhand dieses Bewertungs-maßstabes, jeder selbst für sich die entspr. Zuweisung der systemischen Lernfabriken, genannt Regelschulen, an die entspr. Stufe vornehmen.

Wenn man die Geschichte der Entstehung der allgemeinen Schulpflicht ansieht, wird einem sogleich klar, welche Motivation tatsächlich hinter der, vordergründig als eher soziale Errungenschaft bezeichnete, Maßnahme steckt. Denn hier sind es eben NICHT soziale Aspekte, die vornehmlich die Erhöhung des Lebensstandards der Menschen, im Sinn hatte, sondern, es ging schon damals um Förderung purer ökonomischer Interessen von den Mächtigen und Reichen. Am 12. August 1763 tritt in Preußen das, vom Theologen und Pädagogen Johann Julius Hecker verfasste, sogenannte „Generallandschulregle-ment“in Kraft. Dieses hatte der Preußenkönig Friedrich II. in Auftrag gegeben. Friedrich II. förderte zu dieser Zeit die Kultivierung von Seidenraupen in seinem Staatsgebiet, um Preußen mittel- und langfristig unabhängiger von Seidenimport zu machen. Jedoch herrschte, aufgrund des absolut niedrigen (nahezu 100% Analphabeten!) Bildungsniveaus der Bevölkerung, ein Mangel an, für die Seidenraupenzucht und -verarbeitung, unabding-bar wichtigen, Fachkräfte.

Auszug aus dem Generallandschulreglement: Zuvörderst wollen Wir, dass alle Unsere Untertanen, es mögen sein Eltern, Vormünder oder Herrschaften, denen die Erziehung der Jugend obliegt, ihre eigenen sowohl als ihrer Pflege anvertrauten Kinder, Knaben oder Mädchen, wo nicht eher, doch höchstens vom fünften Jahre ihres Alters in die Schule schicken, auch damit ordentlich bis ins dreizehnte und vierzehnte Jahr kontinuieren und sie so lange zur Schule halten sollen, bis sie nicht nur das Nötigste vom Christentum gefasst haben und fertig lesen und schreiben, sondern auch von demjenigen Rede und Antwort geben können, was ihnen nach den von Unsern Konsistorien verordneten und approbierten Lehrbüchern beigebracht werden soll. (Quelle: WIKIPEDIA, Generallandschulreglement)

Zitat: Erst in den folgenden Jahrzehnten erfuhr die Entwicklung des Schulwesens einen deutlich staatlich geprägten „Fortschritt“, der auch kritisch gesehen wird, da beispielsweise die Durchsetzung der Schulpflicht das Erziehungsmonopol des Staates festschrieb und aus dem Interesse an gesunden Rekruten (eigener Hinweis: …und willigen Arbeitssklaven) entstand.  (Quelle: WIKIPEDIA, Generallandschulreglement)

Den damals Mächtigen standen für die vorgenommene Reform also lediglich ökonomische und eben NICHT etwa soziale Aspekte im Vordergrund! Und das hat sich bis heute nicht wesentlich geändert, im Gegenteil.

Doch, gibt es inzwischen diverse Initiativen von Fachleuten, die sich dieser Situation ent-gegenstellt und neue alternative Systeme entwickeln und fördern. So, z. B. der Neurobio-loge Prof. Dr. Gerald Hüther mit seinen Initiativen Schulen der Zukunft und Schule im Aufbruch. Seine VISION: In jeder deutschen Schule können ALLE Kinder ihr Potenzial entfalten und lernen entlang der UN-Lernziele. Seine MISSION: Die Initiative Schule im Aufbruch unter-stützt Menschen an Schulen, ihre Schule zu einem Lernort der „Potenzialentfaltung“ zu transformieren. Seine THEORY OF CHANGE: Wir glauben, dass jedes Kind an jeder Schule das Recht hat, sein Potenzial zu entfalten und einen eigenen Lernweg zu gehen.                                              (Quelle: http://www.gerald-huether.de)

Prof. Dr. Huether gehört damit für mich zu DEM Hoffnungsträger einer durchdringenden und grundsätzlichen Veränderung des gesamten Schul- und Bildungssystems. Freilich käme die Verwirklichung solch eine Reform für Moritz Neubronner letztlich viel zu spät, Kinder und Jugendliche könnten in der Zukunft aber davon profitieren.

ZITAT: „Jeder ist ein GENIE! Aber, wenn Du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben lang denken, er sei dumm.“ – Albert Einstein –

Gruß Jörg (Systemkritiker)

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