Und plötzlich brach die Hölle los…

Am Sonntag Abend (29.05.2016) brach wettertechnisch im Südwesten Deutschlands die Hölle los! So harmlos, wie hier das Niederschlagsradar des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in seinen bunten Farben aussieht, war dieses Unwetter aber letztlich nicht.

Immerhin 4 Tote sind nach dieser Katastrophe zu beklagen. Vor allem der Hohenlohe-Kreis um Schwäbisch Hall hat es dsbzgl. besonders heftig erwischt.

a) Aber, wie konnte ein solches Wetterextrem zustande kommen? War es die Tage vor dem Unwetter heiß, mit recht hohen Temperaturen mit 30 Grad und mehr? Kam dazu die für solche Extrem-Wetter-Phänomene so typische sehr hohe Luftfeuchtigkeit dazu? Beides kann mit einem klaren „Nein“ beantwortet werden. Der Süden Deutschlands erfreute sich lediglich an ca. 3 Tagen relativ sonnigen und warmen Wetter, wobei tagsüber jedoch die Temperaturen gerade mal um die 26-27 Grad erreichten. Nachts sanken dagegen die Temperaturen z. T. sogar auf einstellige Werte zurück. Die Luftfeuchtigkeit stieg nicht in besonderem Ausmaß.

b) Ich selbst kann mich noch an Kindertagen erinnern, an denen wir im Sommer, also Juni/Juli bis August mehrere Wochen lang hochsommerliches Wetter mit Temperaturen tagsüber bis weit über 30 Grad und nachts sog. Tropische Nächte mit Temperaturen von 21 Grad und mehr hatten, ohne dass ein Tropfen Regen herunter kam. Wenn sich dabei aber dann die Atmosphäre regelrecht aufgeladen hatte (wohlgemerkt nach wochenlanger Hitze!!!) waren die Ausmaße der Unwetter ebenfalls sehr beträchtlich. Es gab dann ebenso heftige Regenfälle, Gewitter, z. T. auch Hagel.

Der Unterschied des Wetters ist in den beiden vorigen Absätzen klar zu erkennen. Zwar, bin ich kein Wetterexperte, und doch, während sich die im Absatz b) beschriebenen Unwetterphänomene und deren Ursachen m. E. durchaus logisch erschließen lassen, kann ich in der Beschreibung im Absatz a) keine zwingende Notwendigkeit und Logik einer Entwicklung eines solch extremen Unwetters annähernd erkennen. Welchen Schluss man daraus zieht oder ziehen könnte überlasse ich jedem Leser selbst. Mein Fazit ist für mich jedenfalls klar – ein natürliches Wetterphänomen war das am 29./30.05.2016 im Südwesten Deutschlands m. E. nicht! Denn auch und gerade an den Tagen vor den Unwettern war wieder allenthalben eine rege Sprühtätigkeit am Himmel zu sehen. Und ich gehe mal stark davon aus, dass dies nicht nur über Enzberg (wo ich es ja gesondert beobachte und auch fotographisch festhalte) zu beobachten war.

Folgend mehrere Meldungen der Medien:

Tagesschau

Unwetter in DeutschlandAufräumen nach der Katastrophe

Stand: 30.05.2016 12:15 Uhr

Die Bilanz des schweren Unwetters am Tag danach ist erschütternd: Mehrere Menschen sind tot, Häuser sind schwer beschädigt, Dutzende Keller überflutet. Am schwersten betroffen ist Baden-Württemberg. Auch in anderen Ländern gibt es Schäden. Nun beginnen die Aufräumarbeiten. Neue Unwetter drohen.

Baden-Württemberg:

Bei schweren nächtlichen Unwettern sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. In Schwäbisch Gmünd starb ein Feuerwehrmann beim Versuch, einen Menschen zu retten, der letztlich nur noch tot geborgen werden konnte. In Weißbach im Hohenlohekreis kam ein 60 Jahre alter Mann in einer überschwemmten Tiefgarage ums Leben. Von Sonntagnachmittag bis Montagmorgen wurden rund 7000 Helfer zu mehr als 2200 Einsätzen gerufen. Die Mitarbeiter von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rotem Kreuz, Lebensrettungs-Gesellschaft und Polizei seien im Dauereinsatz, teilte ein Sprecher des Lagezentrums im Innenministerium in Stuttgart am Montagmorgen mit. Die Zahl der Verletzten liege nach bisherigen Erkenntnissen im einstelligen Bereich.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) sprach den Angehörigen der Hochwasseropfer sein Mitgefühl aus: „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Toten. Ich spreche ihnen meine aufrichtige Anteilnahme aus.“

Im Zusammenhang mit den schweren Unwettern in Baden-Württemberg gibt es ein viertes Todesopfer. Ein 13 Jahre altes Mädchen starb am Sonntag an der Bahnstrecke zwischen Schorndorf und Urbach, weil sie unter einer Brücke Schutz vor dem Regen suchte.

Besonders verheerende Schäden richtete das Unwetter in Braunsbach im Norden des Bundeslandes an. Dort trat ein Fluss über die Ufer. Die reißenden Fluten strömten durch die 900-Einwohner-Gemeinde, wodurch ein Haus zerstört und mehrere erheblich beschädigt wurden. Rund 150 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz suchten einsturzgefährdete Häuser ab, um sie zu evakuieren. Auf Videoclips und Fotos in sozialen Netzwerken war zu sehen, wie Autos vom Schlammwasser mitgerissen, übereinander getürmt und in Schaufenster von Geschäften geschleudert wurden. Bei einigen Häusern stand das Wasser augenscheinlich bis in Höhe der untersten Fenster.

Karte: Unwetter in Braunsbach, Baden-Württemberg

galerie

Der erste Landesbeamte des Landkreises Schwäbisch Hall, Michael Knaus, sagte, in den vergangenen Stunden sei so viel Regen pro Quadratmeter gefallen wie sonst in mehreren Monaten. Die heftigen Regenfälle verursachten an einigen Stellen das schlimmste Hochwasser seit rund zwei Jahrzehnten. Die Hochwasserzentrale in Karlsruhe warnte vor bedrohlichen Wasserständen an den östlichen Zuflüssen zu Neckar und Donau sowie im Rhein und an der Tauber. An der Messstation Kirchberg an der Jagst fielen im Laufe der Nacht innerhalb von sechs Stunden 87 Liter Niederschlag pro Quadratmeter.

Besonders vom Hochwasser betroffen sind nach Behördenangaben die südöstlichen Zuflüsse zur Donau und die östlichen Zuflüsse zum Neckar. Teils stieg der Wasserstand um bis zu drei Meter an. Mit Blick auf die Wettervorhersagen erwartet die Hochwasserzentrale, dass die Wasserstände weiter steigen.

Die Schifffahrt auf dem Neckar wurde wegen des katastrophalen Hochwassers in den Nebenflüssen am Montag eingestellt. Es herrschen hoher Wellengang und stellenweise gefährliche Strömungen an den Zuläufen, somit könnten auf dem Neckar wohl bis Mittwoch keine Schiffe durchfahren. Im Neckar selbst verteilt sich das Wasser und wird durch Wehre reguliert. Auf dem Rhein blieb die Wassermenge zunächst unter einem für Schiffe bedenklichen Wert.

Die starken Regenfälle setzten in der Nacht auch Teile des Audi-Werks in Neckarsulm unter Wasser. Die gesamte Produktion stehe still, sagte eine Audi-Sprecherin. Seit den frühen Morgenstunden pumpe die Werksfeuerwehr das Wasser ab. Wann die Produktion wieder aufgenommen werden könne, sei bislang noch unklar. Etwa 2700 Mitarbeiter konnten ihre Schicht am Morgen nicht antreten.

Die Unwettergefahr im Süden ist inzwischen vorerst vorbei. Auch in weiteren Bundesländern gab es Schäden durch das Unwetter, wenn auch nicht so heftige.

Rheinland Pfalz:

Starker Regen führte zu Straßensperren, Erdrutschen und zahlreichen Einsätzen der Rettungskräfte. Betroffen war vor allem das Mittelrheintal. Auf der Bundesstraße 42 wurden vier Autofahrer von Wasser und Geröll überrascht und nach Angaben der Polizei in Koblenz kurzzeitig eingeschlossen. Verletzt wurde bei dem Unwetter niemand.

Bayern:

Auch in Bayern, vor allem in Mittelfranken, richteten Unwetter massive Schäden an. In der Region Ansbach seien nach einem Gewittersturm Straßen überflutet und Autos mitgerissen worden. Viele Keller der Region liefen voll, wie ein Sprecher der Integrierten Rettungsstelle mitteilte. Menschen wurden nach vorläufigen Erkenntnissen nicht verletzt.

Die Bahnstrecke zwischen Würzburg und Ansbach vorübergehend gesperrt. Die Gleise seien vom Regen unterspült worden, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Wann die Schäden beseitigt sein würden, sei noch nicht absehbar. Der Fernverkehr werde vorerst über Fürth umgeleitet und der Nahverkehr mit Bussen ersetzt.

Thüringen:

Ein Unwetter mit starkem Regen und Hagel überschwemmte am Sonntag Teile von Ilmenau in Thüringen. Mehrere Straßen wurden überflutet, zahlreiche Keller liefen voll, wie eine Polizeisprecherin in Erfurt sagte. Die Feuerwehr sei im Großeinsatz, vor allem, um die Keller wieder leerzupumpen. Menschen kamen nach Polizeiangaben nicht zu Schaden.

NRW:

Auch weite Teile Nordrhein-Westfalens wurden von starken Unwettern heimgesucht. So heftig wie in anderen Bundesländern waren sie aber nicht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am frühen Morgen vor heftigem Regen unter anderem im Hochsauerland und im Kreis Olpe. Alle Unwetterwarnungen für das Bundesland wurden am späteren Vormittag wieder aufgehoben.

Niedersachsen:

Der Deutsche Wetterdienst warnt für den Nachmittag vor Unwettern in Niedersachsen. „Wo genau das kommen wird, lässt sich vorab schwer sagen“, sagte Diplom-Meteorologe Martin Jonas vom Deutschen Wetterdienst. So extrem wie am Sonntag in Süddeutschland werde es aber wohl nicht werden. Von der Warnung betroffen ist der ganze Norden und auch der Osten Deutschlands. Punktuell seien Starkregen, drei Zentimeter große Hagelkörner und Sturmböen bis Stärke zehn möglich. „Die Energie in der Atmosphäre ist heute aber geringer als gestern.“

 faz.net

Unwetter im SüdwestenMehrere Tote nach Überschwemmungen

Gewitter, heftiger Regen und Sturm haben in Baden-Württemberg, Hessen und Bayern schwere Schäden angerichtet. Es gibt Tote und Verletzte. Die Behörden rechnen mit weiter steigenden Wasserständen an mehreren Flüssen.

30.05.2016

 
 

© DPADie Überschwemmungen haben im baden-württembergischen Braunsbach schwere Verwüstungen angerichtet.

Bei schweren Unwettern und Überschwemmungen in Süddeutschland sind höchstwahrscheinlich mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. In Schwäbisch Gmünd verunglückte nach Behördenangaben ein Feuerwehrmann beim Versuch, einen 21-jährigen Mann zu retten. Laut Polizei wurden beide in einen Kanalschacht gesogen. Gegen Mittag wurden die beiden Leichen schließlich aus dem Schacht geboren, wie die Polizei berichtet.

In Weißbach im Hohenlohekreis kam ein 60 Jahre alter Mann in einer überschwemmten Tiefgarage ums Leben. Bei Schorndorf wurde eine 13-Jährige am Sonntagabend unter einer Bahnbrücke von einem Zug erfasst und getötet worden – sie hatte dort Schutz vor dem Regen gesucht. Auch in Bayern – vor allem in Mittelfranken – richteten Unwetter schwere Schäden an.

 
 

© DPA, REUTERSTote bei Unwettern in Süddeutschland

Einsatzkräfte im Dauereinsatz

Allein in Baden-Württemberg wurden von Sonntagnachmittag bis Montagmorgen rund 7000 Helfer zu mehr als 2200 Einsätzen gerufen. Die Mitarbeiter von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rotem Kreuz, Lebensrettungs-Gesellschaft und Polizei seien im Dauereinsatz, teilte ein Sprecher des Lagezentrums im Innenministerium in Stuttgart am Montagmorgen mit. Die Zahl der Verletzten liege nach bisherigen Erkenntnissen im einstelligen Bereich.

Überschwemmungsunglück in BraunsbachZerstörungen in Braunsbach© DPABilderstrecke 

In Braunsbach im Norden Baden-Württembergs trat ein Fluss über die Ufer. Die reißenden Fluten strömten durch die 900-Einwohner-Gemeinde, wodurch ein Haus zerstört und mehrere erheblich beschädigt wurden. Rund 150 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz suchten einsturzgefährdete Häuser ab, um sie zu evakuieren.

Auf Videoclips und Fotos in sozialen Netzwerken war zu sehen, wie Autos vom Schlammwasser mitgerissen, übereinander getürmt und in Schaufenster von Geschäften geschleudert wurden. Bei einigen Häusern stand das Wasser augenscheinlich bis in Höhe der untersten Fenster.

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Der erste Landesbeamte des Landkreises Schwäbisch Hall, Michael Knaus, sagte am frühen Morgen, in den vergangenen Stunden sei so viel Regen pro Quadratmeter gefallen wie sonst in mehreren Monaten. Die heftigen Regenfälle verursachten an einigen Stellen das schlimmste Hochwasser seit rund zwei Jahrzehnten. Die Hochwasserzentrale in Karlsruhe warnte vor bedrohlichen Wasserständen an den östlichen Zuflüssen zu Neckar und Donau sowie im Rhein und an der Tauber. An der Messstation Kirchberg an der Jagst fielen im Laufe der Nacht innerhalb von sechs Stunden 87 Liter Niederschlag pro Quadratmeter.

 

Wasserstände steigen weiter

Besonders vom Hochwasser betroffen sind nach Behördenangaben die südöstlichen Zuflüsse zur Donau und die östlichen Zuflüsse zum Neckar (Fils, Rems, Kocher, Jagst). Teils stieg der Wasserstand um bis zu drei Meter an. Mit Blick auf die Wettervorhersagen erwartet die Hochwasserzentrale, dass die Wasserstände weiter steigen.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) sprach den Angehörigen der Hochwasseropfer sein Mitgefühl aus: „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Toten. Ich spreche ihnen meine aufrichtige Anteilnahme aus.“

In Bayern waren die Schäden besonders groß in den Orten Flachslanden und Obernzenn bei Ansbach. Dort verwandelten sich in der Nacht zum Montag binnen kurzer Zeit schmale Bäche in reißende Flüsse und überfluteten viele Straßen und Keller, wie der Einsatzleiter Thomas Müller berichtete. Erdrutsche blockierten Straßen. Verletzte habe es zum Glück nicht gegeben, sagte der Bürgermeister von Flachslanden, Hans Henninger.

 

Schwere und Überschwemmungen im Südwesten Deutschlands. Mindestens drei Tote.

 

© TWITTER

Ein „Ort der Verwüstung“

Die größten Schäden registrierte die Feuerwehr im Flachslander Ortsteil Sondernohe. „Das ist ein Ort der Verwüstung“, berichtete ein Feuerwehrmann. Das von den Hängen herabschießende Wasser sei als breiter Strom durch den Ort gerauscht. Die Wassermassen hätten Autos mitgerissen, Verkehrsschilder seien wie Streichhölzer umgeknickt. „In dem Ort hat das Wasser in der Nacht zum Teil bis zu einem Meter hoch gestanden“, sagte der Feuerwehrmann. Im benachbarten Obernzenn, wo die Regenmassen die Zenn über die Ufer treten ließen, wurde neben vielen Häusern auch eine Turnhalle überschwemmt.

In Baden-Württemberg verzeichneten die Behörden Hunderte Notrufe. Allein das Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Ulm meldete, dass es zwischen 16.15 Uhr und 21.00 Uhr 490 Notrufe gegeben habe. Viele Straßen und Ortsdurchfahrten seien gesperrt, sagte Polizeiführer Hagen Guderlei. Hunderte Bürger seien auf den Polizeinotruf 110 ausgewichen, weil unter dem Notruf 112 kein Durchkommen gewesen sei.

Dutzende Keller seien vollgelaufen und müssten ausgepumpt werden, sagte Guderlei. Das Wasser stehe an einigen Stellen 1,70 Meter hoch. Besonders stark von Hochwasser betroffen sei der Kreis Biberach. Dort kam es laut Polizei auch zu einem Erdrutsch, der Bäume und Schlamm auf ein Firmengelände schwemmte.

Erhebliche Schäden

„Der Sachschaden wird immens“, sagte Guderlei. Die Autobahn 7 im Kreis Heidenheim zwischen Giengen und Oberkochen sei wegen großer Hagelkörner, die bis zum Knöchel reichten, vier Stunden lang gesperrt gewesen. Die Autobahnmeisterei musste Schneepflüge einsetzen. In dem Landkreis war laut Polizei auch die Ortsdurchfahrt Steinheim am Albuch komplett unter Wasser.

Auch in Ulm waren mehrere Straßen nicht mehr befahrbar. Die Stadt Künzelsau im Hohenlohekreis teilte mit, dass die Innenstadt am Montag gesperrt bleibe für den Verkehr – wegen der Aufräumarbeiten. In Schulen fällt der Unterricht am Montag aus. Auch die Kindergärten bleiben geschlossen. Bürgermeister Stefan Neumann sprach von einer „Naturkatastrophe“.

Die Bahn hat in Baden-Württemberg mehrere überschwemmte Strecken gesperrt. Besonders betroffen seien die Gleise rund um Heilbronn und Schwäbisch Gmünd, sagte eine Sprecherin. Regionalbahnen mussten demnach in Biberach an der Riß wenden, in der Gegenrichtung ging es ab Aulendorf bei Ravensburg nicht mehr weiter. Auch auf Abschnitten der Strecken zwischen Ulm und Friedrichshafen am Bodensee sowie weiter in Richtung Stuttgart rollten vom späten Sonntagabend an keine Züge mehr. Auch die Bahnstrecke zwischen Würzburg und Ansbach wurde vorübergehend gesperrt. Der Fernverkehr wurde vorerst über Fürth umgeleitet und der Nahverkehr mit Bussen ersetzt.

 

Quelle: saz./dpa

welt.de

Braunsbach ist nicht wiederzuerkennen

Von Fluten fortgerissene Autos, vom Einsturz bedrohte Häuser: Kein Ort wurde so hart vom Unwetter getroffen wie die 900-Einwohner-Gemeinde Braunsbach in Baden-Württemberg. Entsetzen am Tag danach.

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Michael Knaus arbeitet seit 1984 für den Katastrophenschutz. Aber solche Bilder wie in der Nacht zum Montag in dem kleinen Ort Braunsbach schocken auch den Ersten Landesbeamten des Landkreises Schwäbisch Hall. „Ich habe so etwas noch nicht gesehen“, sagt er am frühen Morgen während einer eilig einberufenen Pressekonferenz in der Feuerwache im benachbarten Schwäbisch Hall.

Braunsbach ist kaum mehr wiederzuerkennen. Zwei Bäche haben sich in einen reißenden Strom verwandelt. Bilder und Filme im Internet zeigen, wie Wassermassen durch den 900-Einwohner-Ort peitschen und alles in ihrem Weg mit sich reißen. Baumstämme werden durch die Straßen gespült und bohren sich in Hauseingänge. Autos werden an Hauswände gedrückt, Fensterscheiben eingedrückt. Der zerstörte Überrest eines Wagens steht da – er ist mit Schlamm, Geröll und Unrat aus Pflanzenresten bedeckt, die Motorhaube ist weggerissen.

Noch Stunden später stehen die Feuerwehrleute bis zu den Knien im Wasser. In der Nacht zum Montag versuchen rund 150 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz, sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen. Mindestens ein Haus in Braunsbach-Steinkirchen ist völlig zerstört, dort wurden auch zwei Brücken weggerissen.

Viele Häuser sind einsturzgefährdet und deshalb unbewohnbar. Sie sollen evakuiert werden, doch teilweise weigern sich die Menschen, ihre Wohnungen zu verlassen, wie Katastrophenschützer Knaus sagt. Strom, Wasserversorgung und Abwassersystem funktionieren in dem Ort nicht mehr.

Rettung auf der Baggerschaufel

Am frühen Morgen steht Luis Molina vor seinem Haus in der Ortsmitte. Das Wasser ist weg, aber die Schäden sind da. Die Glasscheibe in der Haustür ist zertrümmert – an den Mauern sieht man die Wasserspuren. „Da ist meine Wohnung“, sagt er und zeigt nach oben in den ersten Stock. Er sei am Sonntag im Internet gewesen, habe sich noch über den vielen Regen gewundert, als er ein Krachen gehört habe. „Dann stand hier schon ein halber Meter Wasser“, sagt der junge Mann und zeigt auf die Straße. Es sei bis auf einen Meter gestiegen.

 

Seine betagte Mieterin, ihn selbst und seinen Cousin habe man über eine hochgefahrene Baggerschaufel, in die sie klettern mussten, aus dem Haus geholt. Die Garage im Erdgeschoss ist nun voller Dreck, doch im ersten und zweiten Stockwerk des Gebäudes sei alles heil.

Ein paar Meter weiter begutachtet eine 44 Jahre alte Braunsbacherin die Schäden im Ort. Sie selbst wohnt weiter oben im Tal. „Ich bin um halb elf ins Bett gegangen und habe nichts mitgekriegt“, erzählt sie vom Sonntagabend. Dass der Orlacher Bach manchmal laut tose, sei schließlich normal. Am Montagmorgen schaltet sie das Radio ein und hört dort von Braunsbach. Mit ihrem Sohn geht sie in den Ort – und traut ihren Augen nicht. „Chaos, einfach Chaos“, sagt sie und blickt auf das, was früher der Marktplatz war.

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Braunsbach im Landkreis Schwäbisch Hall vor 1,5 Stunden. Zumindest denen, die ich kenne, geht es gut.

 

Hier verläuft der Orlacher Bach eigentlich unter der Straße. Nun haben die Wassermassen sie weggesprengt. Andere Dorfbewohner schlagen entsetzt die Hände vor ihre Gesichter, als sie die Ortsmitte mit den aufgerissenen Straßen, den Bergen aus Geröll und Schlamm und den kaputten Häusern sehen.

Andernorts starben sogar drei Menschen

Trotz des beträchtlichen Sachschadens ist in Braunsbach zunächst nichts von Verletzten oder gar Toten bekannt. Menschen seien zwar in Gebäuden erst vom Wasser eingeschlossen gewesen, erklärt Knaus. Sie konnten aber schließlich in Sicherheit gebracht werden.

Andernorts in Baden-Württemberg geht das Unwetter, das Tief „Elvira“ verursacht hat, für die Menschen nicht so glimpflich aus. In Schwäbisch Gmünd kommt nach Behördenangaben ein Feuerwehrmann bei einem Bergungsversuch ums Leben. Auch die Person, die er retten wollte, ist tot. In Weißbach im Hohenlohekreis stirbt ein Mensch in einer überfluteten Tiefgarage.

Woher kommt urplötzlich all das Wasser? Das fragt man sich auch in Braunsbach. Der Schlossbach und der Orlacher Bach, die in den Fluss Kocher münden, sind eigentlich relativ klein und unscheinbar. Doch sei in den vergangenen Stunden so viel Regen pro Quadratmeter gefallen wie sonst in mehreren Monaten, sagt Knaus.

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Ein Gedanke zu “Und plötzlich brach die Hölle los…

  1. HAFTUNGSAUSSCHLUSS

    „Haftung“ Das Landgericht Hamburg entschied mit Urteil vom 12. Mai 1998
    – 312 O 85/98 – , daß man durch ausdrückliche Disstanzierung, sich
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    Die Verwaltung des Vereinigten Wirtschaftsgebietes, seit dem 23.05.1949
    als Bundesrepublik Deutschland bezeichnet (Art. 133 Grundgesetz) hat
    beschlossen, ab dem 01. Januar 2008 verdachtsunabhängig sämtliche
    elektronische Daten aller Bürger (gemäß Art. 25 Grundgesetz >
    Bewohner
    Grundgesetzgerichts virtuelles Hausverbot < für alle
    meine elektronischen Verbindungen und Kommunikationen in Wort, Text,
    Bild und Ton und meine elektronischen und telefonischen
    Kommunikationswege. Dieses Hausverbot gilt ohne zeitliche Beschränkung
    für alle Zeit!

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