Viel Wind um nicht viel

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Liebe Freunde,

mir liegt etwas schwer am Herzen, was ich einfach mal los werden muss. Gestern (17.04.17) fand in der Türkei das Referendum über die Verfassungsreform statt, die, wie jeder halwegs dnekender Mensch, sich vorher schon ausmalen konnte, natürlich so ausgegangen ist, wie sie ausgegangen ist und auch von vornherein so sollte! Die Woche davor fand die Abstimmung in der BRD darüber ab. Die Deutsch-Türken konnten über diese Reform abstimmen. 48,8 % taten dies dann auch und stimmten hier mit ca. 63 % FÜR ein präsidiales System in der Türkei. Das Geschrei, bei vielen Deutsche ist danach nun groß, besonders tun sich dabei die sog. deutschen Konservativen, freiheitlich-demokratischen und nationalen Patrioten dabei hervor. Aber auch die BRD-Presse heizt die Stimmung dsbzgl. medial hier im Land gekonnt auf. Dabei wird, wie so oft die Wahrheit vergessen, verschwiegen oder zumindest weit nach hinten gedrängt. Was ist die Wahrheit? Die Wahrheit ist, dass eben NICHT die Mehrheit der Deutsch-Türken FÜR die neue Verfassung gestimmt haben. Denn bei einer Wahlbeteiligung in der Bundesrepublik von knapp 49 % hat die knappe Mehrheit der Türken in der BRD, also 51 % NICHT dafür gestimmt, in dem sie einfach nicht zur Wahl gingen und von den also dann noch verbliebenen 49 %, die zur Wahl gingen, haben auch noch 37 % DAGEGEN votiert.

Foto: ruskpp/ Shutterstock

Um es deutlicher zu machen, nun in absoluten Zahlen. In der Bundesrepublik leben z. Zt. 1.400.000 in der Türkei wahlberechtigte Türken. Von diesen 1,4 Mio (100 %) stimmten 686.000 (49 %) Deutsch-Türken ab. Von diesen 686.000 (100 %) die abgestimmt haben, votierten wiederum 432.000 Deutsch-Türken, also 63 % für das Verfassungsreferendum. Setzt man jedoch diese 432.000 FÜR-Stimmen in Beziehung zu den 1.400.000 wahlberechtigten Deutsch-Türken bleiben dann nur noch 31 % in absoluter Zahl, die sich FÜR einen starken Präsidenten Erdogan einsetzen. Somit gerät die Behauptung vieler Deutscher und der mit ihnen im Chor hetzenden Mainstream-Medien, DIE in der Bundesrepublik lebenden Türken seien alles Erdogan-Anhänger in eine gehörige Schieflage!

Grundsätzlich muss man natürlich eine Abstimmung über existenzielle Veränderungen in der Türkei, unter den hier lebenden Türken (z. T. mit Doppelpass, also mit sowohl türkischen aber auch deutschen Pass!) absolut in Frage stellen, da sie diese Veränderungen in ihrem ehem. Heimatland ja grundsätzlich gar nicht mehr betreffen! Und freilich muss man mit Argus-Augen die Situation der hier lebenden Türken und ihr Verhalten beobachten. Denn, um eines deutlich zu machen: Bzgl. der Dringlichkeit des Erhaltes unserer ureigensten deutschen und europäischen religiösen, traditionellen und heimaterhaltenden Werte in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft in unserem Land, können die hier nun ermittelten 31 % durchaus schon als ein Gefahr dagegen gesehen werden! Und trotzdem sollten wir alle, auch und vor allem die Medien, die doch eine hohe Verantwortung zum Erhalt des Friedens, nicht nur außerhalb unseres Landes, tragen, wieder lernen zu versachlichen und zu differenzieren. Auch hier ist es wichtig zu sehen, dass man sich nicht von dem lauten Geschrei der Minderheit beeindrucken lassen und sich mit diesen in ein Chaos treiben lassen darf. Denn meist steckt die Wahrheit und die Wahrhaftigkeit eher bei der stillen und schweigenden Mehrheit.

Beispiele für negative Titel und Zitate in der Presse:

„In Wien mehr JA-Sager als in türkischen Städten“ (HEUTE.AT, 17.04.2017)

„Die Türken in Deutschland stimmten beim Referendum fast mit Zweidrittelmehrheit für Erdogans Präsidialsystem“ (WELT/N 24, 17.04.2017)

…und was macht ein Facebook-User daraus?

„63 % für Erdogan, Deutschland entwickelt sich zu einem Osmanischen Reich“

Links:

http://www.heute.at/welt/news/story/57138951

 

Bild könnte enthalten: Text

(Quelle: ZDF am 17.04.2017 – Auch das ZDF unterschlägt bei dieser Grafik die Anzahl der wahlberechtigten Türken in diesen Ländern bzw. die daraus resultierende Wahlbeteiligung)

Gruß Jörg (Systemkritiker)

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