Wenn Mehrheit keine wahre Mehrheit und Demokratie keine echte Demokratie ist

Liebe Freunde,

das Referendum ist zu Ende und Präsident Tayyip Erdogan hat nun das, was er immer wollte, was er, so ist anzunehmen, schon seit seinem Eintritt in die türkische Politik 19 geplant hatte. Er hat das Referendum für eine Verfassungsänderung weg vom parlamentarischen hin zum Präsidialsystem mit 51,3 % (vorläufiges Endergebnis Stand 17.04.17 11:41 Uhr) gewonnen. Und doch, wenn man die Zahlen genauer betrachtet, dann wird die Diskrepanz zwischen realen Zahlen und  Ergebnis sehr deutlich.

Oben zeige ich eine Liste von Ergebnissen aus bundesdeutschen Großstädten, in denen in der BRD lebende Türken am Referendum teilnahmen. Und bei näherer Betrachtung dieser Liste wird deutlich, wie das Kräfteverhältnis zwischen absoluten Erdogan-Anhängern und -Gegner wirklich ist. Zwar soll eine Mehrheit, nämlich knapp 60 %, der Referendum-Teilnehmer in der Bundesrepublik für eine Verfassungsänderung, also für ein künftiges Präsidialsystem stimmten, doch wenn man dieser dann die tatsächliche Anzahl, ganze 48,73 %, also weniger als die Hälfte, deutsch-türkischer Wählerinnen und Wähler dagegensetzt, wird sofort klar, dass diese Mehrheit in Wirklichkeit gar keine Mehrheit ist. Generell ist die Frage zu stellen, wie die bundesdeutschen Medien eigentlich auf die 48,73 % Wahlbeteiligung kommen, wenn die Wahlbeteiligungen in den o. g. Großstädten um ein so Vielfaches geringer war.  Hervorheben möchte ich in diesem Bezug die Wahlbeteiligung in Hannover von gerade mal 5 % oder München von 5,7 %! Trotzdem, im Umkehrschluss heißt das, die Mehrheit, also 51 % der Deutsch-Türken, hat erst gar nicht am Referendum teilgenommen, damit auch NICHT für Erdogans Plan gestimmt, und von denen, die abgestimmt hatten haben nochmals gut 40 % GEGEN Erdogan und die Verfassungsänderung ausgesprochen. D. h., in absoluten Zahlen hat Tayyip Erdogan eigentlich gar keine Mehrheit. Und genau hier zeigt sich ganz drastisch und überdeutlich das Fehlerhafte, das tatsächliche Missverhältnis zwischen wahrer und natürliche Demokratie und ein vom Menschen künstlich erschaffenes Wahlsystem.

„Demokratie ist die Herrschaft der überwältigenden Mehrheit über die überwältigte Minderheit.“

Der 1953 geborene deutsche Kabarettist Lothar Bölck prägte einmal die Erkenntnis, dass Demokratie die Herrschaft der überwältigenden Mehrheit über die überwältigende Minderheit sei. Diesem Satz möchte ich nun folgendes entgegensetzen, damit die wahre Situation deutlicher und unmissverständlicher wird:

„Demokratie ist die Diktatur der Minderheit über die Mehrheit.“

Links:

https://www.aphorismen.de/zitat/83309

http://www.sudelbuch.de/2011/12/16/demokratie-ist-die-herrschaft-der-mehrheit-%C3%BCber-die-minderheit/

https://newstopaktuell.wordpress.com/2017/04/13/wer-parteien-waehlt-stimmt-seiner-unterdrueckung-zu/

Gruß Jörg (Systemkritiker)

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