Neue Typen für unser Land?

Liebe Freunde,

vor wenigen Tagen spekulierte ich hier schon über einen gewaltigen Umbruch in der politischen Szenerie Europas. Dabei ging es zunächst darum, wie der Franzose Emmanuel Macron mit Hilfe einer, der politischen Grenzen überschreitenden, politischen BEWEGUNG, es schaffte, dass die politik(er)-müden Franzosen ihn zum jüngsten französischen Präsidenten gewählt haben, und welche evtl. Hintergrundkreise dieser neuen Entwicklung maßgeblich einflussnehmend gezeichnet werden können. Dann folgte eine unerwartete Entwicklung in Österreich, wo der Youngstar Sebastian Kurz in einer neuen Rolle auf der politischen Bühne erschien. Inzwischen ist dsbzgl. auch schon bekannt, dass er auf ähnliche Art und Weise wie sein französischer Kollege vormals, an die Spitze der österreichischen Republik kommen will und dass auch er dabei von diversen finanzstarken Interessengruppen bzw. -personen gefördert und protegiert wurde bzw. wird. Aber auch in der Bundesrepublik scheint sich ein kleines Pflänzchen eines politischen Umbruchs, einer sog. „Macronisierung“ zeigen zu wollen. Dabei können zwei Namen genannt werden, die dieser Tage gerade auch in der deutschen Medienlandschaft gesondertes Interesse erwecken. Es handelt sich dabei um Christian Lindner (FDP) und Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU).

Bei zu Guttenberg wird schon seit einigen Monaten auch und gerade aufgrund diverser Treffen in der Vergangenheit mit CSU-Oberen, über dessen Rückkehr in die deutsche Politik öffentlich spekuliert. Auch die Tatsache, dass er für die CSU in diesem Jahr verschiedenste Bundestagswahlkampf-Veranstaltungen bestreitet, lassen derer Spekulationen zu. Und, dass der adlige CSUler auch noch gesichert ein aktives Mitglied der US-amerikanisch beeinflussten Atlantik-Brücke und des CSIS („Center for Strategie and International Studies“) ist, und höchstwahrscheinlich auch noch anderen pro-amerikanischen Think Tanks, spricht auch noch für sich.

Bildergebnis für zu guttenberg 2017

Und, dass die politischen Türen für den smarten Adelsmann in der Bundesrepublik, nicht nur immer noch, sondern sogar weit offen stehen, bezeugt schon die Begeisterung, die der bayrische Ministerpräsidenten gegenüber diesem unmissverständlich und auch gerne mal öffentlich zeigt. Die Tatsache, dass Horst Seehofer erst vor kurzem offizielle bekannt gab, dass er CSU-Vorsitzender bleiben und bei den nächsten Landtagswahlen in Bayern wieder für den Ministerpräsidentenposten kandidieren will, legt für mich offen, dass er diese Posten so für seinen Günstling aus Amerika reservieren, und damit die schon in den Startlöchern lauernden aber bekannterweise bei Horst Seehofer recht unbeliebte Konkurrenten, wie z. B. der bayrische Finanzminister Markus Söder, in Schach halten möchte. Darüber hinaus zeigt m. E. das ewige unterwürfige Kuschen des bayrischen Ministerpräsidenten vor  Angela Merkel, nach vorher stets großmäuligen Ankündigungen nach Berlin (z. B. mögliche Trennung beider Unions-Parteien und damit entspr. bundesweite Ausdehnung der CSU), noch ein Indiz für Protegierung zu Guttenbergs durch den Ober-Bayern. Denn dieser will auch hier für den kommenden Youngstar die Basis für den politischen Einfluss und die womögliche Karriere in die Bundespolitik nicht im Vorhinein schon zerstören.

Link:

http://app.handelsblatt.com/unternehmen/mittelstand/karl-theodor-zu-guttenberg-ex-verteidigungsminister-tritt-als-verwaltungsrat-zurueck/19822712.html

Christian Lindner (Mitglied im freimaurerischen Rotary-Club, 2013 Teilnehmer an der Bilderberger-Konferenz) hat die FDP als Vorsitzender übernommen, als man ihr keinen Pfifferling mehr gab. Aus seiner heimatlichen Basis in Nordrhein-Westfalen heraus baute er diese strukturell und personell um und damit wieder auf. Und nun, nach dem grandiosen Wahlsieg (12,4 %) bei den vergangenen Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen, taucht Christian Lindner als neuer Polit-Star, der er ja eigentlich gar nicht mehr ist – auf, wie der bekannte Phönix aus der Asche.

Bildergebnis für christian lindner

Mit seinen erst 38 Jahren kann er durchaus auch noch als Youngster durchgehen. Und trotz seines noch jungen Alters ist bei ihm, ähnlich wie bei seinem CSU-Kollegen, ein ordentliches Maß an Charisma nicht von der Hand zu weisen. Dazu kommt noch, dass Lindner der FDP neben dem strukturellen und personellen Umbau auch noch eine programmatische „Verjüngungskur“ (in Richtung sozial-liberal) und ein modernes Äußeres (bunte Parteifarben) verpasst hat, die bei den Bürgern und Wählern in NRW durchaus positiv anzukommen scheint (Übrigens zeigen jüngste bundesweite Umfragen eine Stimmenzunahme bei der FDP). Da man davon ausgehen kann, dass der FDP-Chef auch die Vorgänge und Entwicklungen in den Nachbarländern Frankreich und Österreich beobachtet, könnte Christian Lindner gewillt sein, auch seine Partei für andere Politikinteressierte, die aber zugleich keiner Partei angehören wollen, aber auch Vertreter anderer bundesdeutschen Parteien zu öffnen. Als nur ein Beispiel wären da liberale und konservative Mitglieder aus der SPD zu nennen.

Links:

http://www.focus.de/politik/deutschland/aufstrebende-youngsters-warum-es-politiker-wie-lindner-kurz-und-macron-braucht_id_7136872.html?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=facebook-focus-online-politik&fbc=facebook-focus-online-politik&ts=201705160843

Wer letztlich von den beiden das Rennen um den deutschen „Macron“ machen wird, oder womöglich noch ein ganz anderer Kandidat bzw. Kandidatin plötzlich aus der Versenkung steigt, oder, ob es in der BRD überhaupt zu solch einem Phänomen kommen wird, bleibt schlussendlich doch abzuwarten.

Gruß Jörg (Systemkritiker)

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